Tagebuch

Teil 1: Das BÖLLE-Buch – Projektvorstellung (11. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Egal, wie diese Saison für den SV Darmstadt 98 endet… Wir spielen – noch – in einem besonderen Stadion. Einem Stadion, in dem es nach Fußball und Tradition riecht, wo es noch so auss…ieht wie zu lange vergangenen Bundesligazeiten vor über 30 Jahren und das einen ganz eigenen Charme versprüht, den man in den hochmodernen Fußball-Arenen vergebens sucht. Nicht nur wir Darmstädter schätzen unser „Bölle“, sondern auch viele Gästefans und Stadionliebhaber, die sich bei uns wie in einer Zeitmaschine fühlen.

Bald werden wahrscheinlich auch in Darmstadt die Bagger rollen und das Aussehen unseres vertrauten Stadions so stark verändern, dass es den „modernen“ Anforderungen entspricht. Was dann einmal weg ist, wird unwiederbringlich verloren sein.

Deshalb hat es sich die Fan- und Förderabteilung in Zusammenarbeit mit dem Verein und der Stadt Darmstadt zur Aufgabe gemacht, den aktuellen Zustand des „Bölle“ zu dokumentieren. In den kommenden Wochen wird so ein Bildband entstehen – das „BÖLLE“-Buch! Fotografiert wird unsere alte Schüssel samt ihrem Innenleben von einem der renommiertesten deutschen Stadion-Fotografen, Reinaldo Coddou H., bekannt u.a. von den Stadionpostern in der Zeitschrift 11Freunde, deren Mitgründer er auch ist.

An dieser Stelle lest Ihr täglich um 18.98 h von der weiteren Entwicklung des Buchs oder könnt erste Bilder von Reinaldo Coddou H. exklusiv anschauen (so wie unser neues Titelbild). Morgen abend, nach dem Burghausen-Spiel, gibt es ein weiteres Foto…

Teil 2: Neugierde geweckt? – Alle Fakten rund um’s Buch (13. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Wir sind überwältigt von der Resonanz! Innerhalb von zwei Tagen sind wir bei ca. 500 Likes und über 1000 Aufrufen unserer ersten Meldung! Wir freuen uns sehr, dass unser Pr…ojekt auf so breites Interesse stößt und wollen das gerne weiter befeuern.

Nun wollen wir Euch aber nicht länger auf die Folter spannen und ein paar Details zum Buch verraten, bevor wir ab dem nächsten Eintrag übermorgen die Entstehungsgeschichte erzählen werden.

Also: Es wird von diesem Buch eine limitierte und nummerierte „Vereins-Edition“ mit einer Auflage von 1898 Exemplaren geben. Zu den derzeit geplanten 192 Seiten wird es noch einen dreiteiligen Einleger – bedruckt auf Vorder- und Rückseite – im Stile der bekannten 11Freunde-Poster geben. Damit kommen wir dann auf – maßgeschneiderte – 198 Seiten.

Der zunächst geplante Preis von 18,98 € lässt sich aufgrund der Materialkosten leider nicht halten. Der Endpreis wird zwischen 26 und 30 € liegen – aber definitiv nicht teurer! Wer mit diesen Konditionen einverstanden ist, kann das Buch ab sofort unter der eMail-Adresse boellebuch@sv98.de vorbestellen und sein(e) Exemplar(e) reservieren lassen. Alle Bücher mit „98er“-Nummern werden allerdings für Sonderaktionen zugunsten karitativer Zwecke reserviert.

Reinaldo Coddou H. hat – wie Ihr gesehen habt – bereits ein erstes Foto-Shooting am Böllenfalltor durchgeführt, wird aber noch bei mindestens zwei weiteren Partien DAbei sein. Sobald alle Bilder ausgewählt sind und das Layout komplett ist, geht das Buch in den Druck. Ob wir es noch vor der WM im Juni schaffen, das fertige Buch der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist nicht ganz sicher, wir bemühen uns aber sehr…

Der Bildband erscheint im Verlag „Edition Panorama“, bei dem auch weitere Bücher von Reinaldo Coddou H. sowie andere „Schöne Fußballbücher“ unter diesem Label erschienen sind.

Teil 3: Ein überraschender Anruf aus Berlin – Der Fotograf (15. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Dass wir Reinaldo Coddou H. als Fotografen für unser „BÖLLE“-Buch gewinnen konnten, macht uns unglaublich stolz und seine Zusage ehrt uns sehr. Auch wenn sich das jetzt wie ein Werbetext lesen sollte, wir sind schlichtweg begeistert… Wer sich von Reinaldos sonstiger Arbeit ein Bild machen möchte, kann dies auf seiner Website www.coddou.com tun, drei seiner Bücher seien aber hier kurz erwähnt: Der „Fußballtempel“-Bildband mit zahlreichen Panoramabildern deutscher und internationaler Stadien, ein Buch über „Buenos Aires – Welthauptstadt des Fußballs“ und ein gerade erschienener Band zur bevorstehenden Fußball-WM in Brasilien mit dem Titel „O jogo bonito“. Reinaldo sagt von sich, er „fotografiere Fußball und Menschen“ und hat dabei einen ganz eigenen Blick für die Details rund um ein Spiel, fängt die Orte mit ihrer individuellen Atmosphäre auf spezielle Weise ein. Davon konntet Ihr Euch in den vergangenen Tagen ja schon etwas überzeugen…

Geboren wurde die Idee bei einem der zahlreichen Telefonate der FuFa-Mitstreiter…
– „Was ist eigentlich, wenn die Bagger anrollen? Hat das Stadion eigentlich mal jemand fotografiert?“
– „Naja, es gibt halt die ’normalen‘ Bilder, die immer bei den Spielen gemacht werden…“
– „Eigentlich müssten wir einen eigenen Bildband herausgeben. Nur unser Stadion, denn wenn es mal weg ist, ist diese bröckelnde Schönheit Vergangenheit.“
– „Das müsste eigentlich Reinaldo Coddou H., der 11Freunde-Fotograf machen…“
– „Fragen können wir ja mal – kostet ja nichts. Aber er wird sicherlich viel zu tun haben…“

Aus diesem Gespräch entwickelte sich ein Mailverkehr, unter anderem mit Ralf Panzer, der ja bereits ein Textbuch („Die Blüten der Lilien“) zu den 98ern herausgegeben hat. Er hatte schon mit dem anderen 11Freunde-Macher Philipp Köster zu tun – und schrieb einfach eine hoffnungsvolle Anfrage. Als am nächsten Morgen, dem Tag unseres Heimspiels gegen den MSV Duisburg, Ralfs Handy klingelte und sich am anderen Ende „Hallo, hier ist Reinaldo Coddou“ meldete, fiel ihm vor Überraschung und Freude fast das Telefon aus der Hand. Reinaldo war begeistert über die Anfrage, vor allem, weil er auch ein Faible für traditionsreiche Fußball-Stätten hat. Und noch viel besser: Er bot uns sofort an, uns die Bilder kostenfrei zu schießen und sich sogar um einen Verlag zu kümmern. Das Buch wird bei Edition Panorama verlegt, wo auch seine anderen Bücher erschienen sind. Unser „BÖLLE“-Buch also in einer Reihe mit Buenos Aires…

Teil 4: Interview mit Reinaldo Coddou H. (17. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Heute haben wir für Euch ein Interview mit Reinaldo geführt. Viel Spaß beim Lesen!

Reinaldo Coddou H. (42) ist der Fotograf für das gerade entstehende BÖLLE-Buch. In Bielefeld aufgewachs…en, gründete er später mit Philipp Köster das Fußball-Magazin „11 Freunde“, er selbst ist vor allem bekannt durch die monatlich erscheinenden Stadionposter. Außerdem hat er bereits zahlreiche Fußball-Bildbände herausgegeben. Im Interview spricht er über seine Arbeit am Buch für die Lilien und über die besonderen Momente, die er in Stadien einfangen kann.

BÖLLE-Buch: Hallo Reinaldo, du sagst von dir, du fotografierst „Menschen und Fußball“. Zuerst Menschen – dann Fußball? Brauchst du den Fußball, weil sich Menschen nur dort in so besonderer Weise verhalten? Wie meinst du diesen Satz?

Reinaldo Coddou H.: Ich sage „Menschen und Fußball“, weil ich neben meinenr Fußball- und Stadiondokumentationen auch Porträts fotografiere, also Menschen. Aber ganz sicher spielen die Personen auch in meiner Fußballfotografie eine große Rolle, erst durch sie (die Fans) werden die ansonsten toten Stadien zum Leben erweckt. Deswegen fotogafiere ich meine Serie „Fußballtempel“ auch nur während eines Spiels, niemals leer.

BB: Wir haben das große Glück, dass du dich für das BÖLLE!-Buch hast begeistern lassen und unser altes Stadion fotografierst. Was ist dir durch den Kopf gegangen, als du unsere Anfrage bekommen hast und warum hast du „ja“ gesagt?

RCH: Der erste Gedanke war ein selbstkritischer: „Wieso wusste ich nichts davon, dass das Böllenfalltorstadion demnächst umgebaut wird?“ Ein Stadion detailliert zu dokumentieren, zumal ein so traditionsreiches, ist natürlich immer eine extrem reizvolle Aufgabe. Und wenn dieses in naher Zukunft auch noch umgebaut wird, dann gewinnt eine solche Dokumentation nochmals an Bedeutung. So habe ich letztlich keine Sekunde darüber nachgedacht, diesen Auftrag nicht anzunehmen!

BB: Wie viele Bilder sind beim ersten Shooting vor und beim Spiel gegen Halle entstanden?

RCH: Geschossen habe ich viele hundert, aber am Ende sind es etwa 50 Bilder, von denen ich sagen würde, dass sie wirklich etwas taugen.

BB: Was ist für dich das „Besondere“ am Böllenfalltor?

RCH: Nennen wir es mal „morbider Charme“. Und die Tatsache, dass dort demnächst eine Ära unwiederbringlich zu Ende geht.

BB: Du bist weltweit unterwegs und hast bereits unzählige Fußballorte fotografiert. Was ist für Dich ein gelungenes Bild?

RCH: Das kann ich so pauschal nicht beantworten, aber ein Bild ist erst dann wirklich gut, wenn man es sich auch nach längerer Zeit noch gerne anschaut.

BB: Du wirst im Juni zur WM nach Brasilien fliegen, hast auch schon das Buch „O Jogo Bonito“ herausgegeben. Worauf wird dort dein Fokus hauptsächlich gerichtet sein?

RCH: Wenn man wie ich weniger die eigentlichen Spiele, sondern vielmehr das Drumherum dokumentiert, dann lässt sich das vorab schwer planen. Da muss man die Gegebenheiten und Geschehnisse vor Ort abwarten und entsprechend versuchen, die Essenz daraus fotografisch abzubilden.

BB: Am Samstag kommt es zum Spitzenspiel zwischen Leipzig und den Lilien. Wo wirst du das Spiel verfolgen und was erwartest du für eine Partie?

RCH: Falls ich nicht im Stadion sein sollte, werde ich es mir sicher im Internet oder Fernsehen anschauen. Ich denke, dass es ein sehr enges Spiel werden wird, schließlich steht für beide Teams viel auf dem Spiel. Und natürlich drücke ich Darmstadt 98 beide Daumen, dass es am Ende zum direkten Aufstieg reicht. Nicht nur, weil ich hier am Bölle-Buch arbeite, sondern vor allem und in erster Linie als Fußball-Traditionalist.

BB: Wann dürfen wir dich am Böllenfalltor zum nächsten Fototermin begrüßen?

RCH: Beim Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt, auf das ich mich schon sehr freue, da es ja unter Flutlicht ausgetragen wird!

BB: Vielen Dank, Reinaldo, für das ausführliche Interview!

Teil 5: Lilien-Sympathien – Der Verlag (19. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Nach Reinaldo Coddous Zusage übernahm nun die FuFa die weiteren Gespräche. Der Spielplan wurde durchforstet, wann denn ein erstes Shooting am Bölle möglich sein könnte und an welchen Termine…n weitere stattfinden sollten. Wie gut, dass der März so viele Heimspiele bereit hielt… Wann Reinaldo dann zum ersten Mal am Bölle auftauchen wollte, das gibt’s übermorgen zu lesen…

Wenden wir den Blick zu Edition Panorama: Dort hatte der Verleger Sebastian Wipfler einen aufgeregten Anruf aus Berlin von Reinaldo erhalten. Darmstädter Vereinsvertreter hätten ihn angerufen und ihm ein Stadion-Bildband-Projekt angeboten, das er für absolut lohnenswert hielte… So klingelte also wiederum das Telefon bei der FuFa. Nun ging es also um das „Geschäft“ und die Klärung erster Details. Wie wäre es möglich, dass alle beteiligten Seiten, Verlag, Fotograf und Verein das Projekt zu einem Erfolg machen würden? Natürlich birgt ein solches Vorhaben nicht unerhebliche finanzielle Risiken.

Kürzlich hatte der Verlag ein Buch „Letzter Spieltag Bökelberg“ herausgegeben, ein Bildband von Reinaldos Kollegen Christoph Buckstegen, das den letzten Fußballtag des alten Stadions in Mönchengladbach ins Bild setzte. In dieser Art könnte das Darmstädter Buch werden, so hatten es Reinaldo Coddou und Sebastian Wipfler angedacht. Und so schickte der Verleger einige Exemplare der letzten Bucherzeugnisse zur Ansicht ans Böllenfalltor. Und auch wir hatten einige Hausaufgaben zu erledigen: Die verantwortlichen Präsidiumsmitglieder einweihen, mit der Stadt sprechen.

Blieb noch die Frage nach dem Risiko. Dass niemand an dem Projekt reich werden würde war klar. Uns ging und geht es darum, für die vielen Fans das „Böllenfalltor – home of old school football“ im Bild zu bewahren. Und so war eine limitierte Vereins-Edition von 1898 Exemplaren irgendwie logisch…

Grundsätzlich hatten aber beide Seiten, FuFa und Verlag, gleich zu Beginn das Gefühl, das hier ein tolles Projekt im Begriff war zu entstehen. Die montäglichen Telefonate sollten zur liebgewonnenen Gewohnheit werden…

Teil 6: Coddous Konzeption – oder: Die Freude über den DFB (21. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Schon beim zweiten Telefonat mit Reinaldo hatte er sehr konkrete Vorstellungen: Einmal würde er gerne kommen, wenn das Stadion leer ist, mit Zugang zu den Katakomben, ger…ne dann auch beim Spiel fotografieren, vielleicht auch da aus dem Spielertunnel und aus Bereichen, in die der normale Journalist nicht unbedingt hinkommt. Und – wenn möglich – ein Flutlicht-Spiel. Das gegen Kiel ja sowieso. Ob die Relegation tatsächlich in Darmstadt stattfinden kann, steht ja noch in den Sternen… Da er beim Kiel-Spiel dabei sein würde, könnten auch die äußeren Bedingungen frühlingshafter sein als noch im März, aber das wäre gerade gut, um unterschiedliche Atmosphären bebildern zu können.

Das Erfurt-Spiel war zu diesem Zeitpunkt noch nicht terminiert – so dass wir ihm nach dem gerade absolvierten Flutlicht-Match gegen Duisburg hierfür keine großen Hoffnungen machen konnten. Die ganze SV98-Fanszene wartete sowieso ungeduldig auf die Terminierung des DFB – vor allem wegen der Sonderzug-Aktion nach Leipzig. Auf der Geschäftsstelle fragten wir an, ob der Verein irgendeine Handhabe hätte, um zumindest Wünsche zu äußern. „Nein“, meinte Michael Weilguny, „wir haben da leider keinerlei Einfluss darauf.“

Doch wenige Tage später gab es dann das DFB-Geschenk. Samstags-Spiel in Leipzig – und ein Freitag-Abend-Flutlicht-Spiel daheim gegen Erfurt am 25. April. Kurzer Jubel im Bus beim Schreiber dieser Zeilen, als die Nachricht auf dem Handy eintraf. Befremdliche Blicke der Mitfahrer machten da gar nichts aus…

Der grundsätzliche Spielplan war somit aber klar: Halle, Erfurt, Kiel. Da würde er DAbei sein…

Teil 7: Zahlenspiele – Skepsis oder Risiko? (23. April 2014)

Liebe Lilienfans! Liebe Liebhaber traditionsreicher Fußball-Spielstätten!

Das Positive an der Arbeit in der FuFa ist, dass sich jeder mit seinen Ideen einbringen kann. Alle Vorschläge werden dann auf ihre Machbarkeit überprüft und zum Teil auch kontrovers d…iskutiert. Am Ende steht aber immer die Frage: Schaffen wir es damit, einerseits etwas für die Fans zu tun, andererseits aber auch den Verein zu unterstützen?

Natürlich wollen wir nicht, dass der Verein wegen uns hohe Kosten hat. Deshalb muss so ein Buch-Projekt gut kalkuliert sein. Und über die Modalitäten mit dem Verlag muss man sich einig werden. Wie minimiert man für alle das Risiko? Wie hoch soll die Auflage sein, wie dick wird das Buch, wie teuer wird es verkauft?

Dieses Buch ist ein Entwicklungs-Prozess und es ergeben sich immer mal wieder neue Situationen. Eine positive für Euch Leser: Das Buch wird dicker! Statt 192 Seiten im Buch werden es nun 224 Seiten werden… Und das ohne teureren Verkaufs-Preis! Den verraten wir Euch übrigens jetzt auch: Das Buch wird exakt 26,98 € kosten – damit bleiben wir an der Untergrenze des versprochenen Preisintervalls von 26 bis 30 €. Und die 98 Cent verstehen sich ja von selbst…

Morgen ist dann wieder Foto-Tag, bevor wir vom ersten Kontakt des Fotomodells mit seinem Ablichter berichten werden…

Teil 8: Das erste Shooting – und ein Kniefall (25. April 2014)

Am Tag vor dem Heimspiel gegen Halle wartete die Darmstädter FuFa-Delegation, bestehend aus Michael und Markus, am Hauptbahnhof auf den aus der Bundeshauptstadt anreisenden Gast. Flugs gings ans Stadion zur Kontaktaufnahme mit dem Zielobjekt „Bölle“. Nach ku…rzer Begrüßung auf der Geschäftsstelle und einem Happen zu Essen wurde Reinaldo akkreditiert und hatte damit Zugang zu überall.

Parallel zum ersten Umsehen und den ersten Schnappschüssen fand auf dem Spielfeld das Abschlusstraining statt – bei absolutem Traumwetter… Reinaldo legte also los und versuchte, den Charme unserer verfallenden Schönheit im Bild festzuhalten. Fotos von der Dugena-Uhr waren natürlich ein Muss, ein Besuch am Marathon-Tor, im Gästebereich, zwischen Gegengerade und Waldsportplatz – und schlussendlich im Fanshop. Dort wurde Reinaldo angemessen eingekleidet und nennt nun eines unserer BÖLLENFALLTOR-T-Shirts sein Eigen…

Wieder heraus aus dem Fanshop kamen uns zwei nicht ganz unbekannte Personen entgegen – Chefcoach Dirk Schuster und Co-Trainer Sascha Franz. Wir erwähnten kurz deren Namen, worauf Reinaldo plötzlich ungläubig die Augen aufriss. Keine Sekunde später legte er einen Kniefall hin und huldigte Sascha Franz! Eine Erleuchtung? Eine Vision? Reinaldo Coddou H. vom Lilien-Virus infiziert?

Die Aufklärung folgte jedoch prompt: Sascha Franz ist der Sohn von Horst Franz, ehemaliger Bundesliga-Trainer. Dieser hatte er Mitte der 80er Coddous Herzensverein vor einem fast sicheren Abstieg bewahrt – 30 Jahre später war diese Glanzleistung nicht vergessen und dem Sohn stellvertretend für den Vater Dankbarkeit gewiss… Klar, dass dann direkt ein Foto geschossen werden musste. Wenn aber der Fotograf selbst auf dem Foto ist, sieht man das an der Qualität des Bildes…

Morgen könnt Ihr Euch davon dann selbst überzeugen…

Teil 9: Über den Dächern (27. April 2014)

Das Shooting ging aber noch weiter. Nun waren die Katakomben dran… Alle Türen wurden uns geöffnet, Gästekabine, Presseraum, Schiedsrichterumkleide wurden als erstes unsicher gemacht. Vor allem für Gästeteams ist im Bauch unserer Tribüne die „Atmosphäre Böllenfalltor“ am intens…ivsten spürbar.

Die beiden Betreuer „Bubu“ Koch und Utz Pfeiffer waren gerade dabei, die Trainingsutensilien einzusammeln und den nächsten Waschgang vorzubereiten, hatten aber natürlich noch Zeit für das eine oder andere Schwätzchen. Hier entstand dann auch das schon gezeigte Foto aus dem „Schuhraum“.

Wer noch niemals unter der Tribüne im Spielertunnel war: Der gesamte Bereich unter den Sitzen ist eigentlich offen, bei Spielen bekommen die Akteure hautnah mit, welche Stimmung da draußen herrscht. So war es natürlich ein Anliegen von Reinaldo, diesen Moment tags darauf beim Spiel gegen Halle einzufangen und so schaute er sich schon einmal die Lokalitäten an.

Nun ging es wieder auf die Tribüne und in Henrys Reich in der Sprecherkabine. Von dort aus gelangt man durch ein Fenster auf das Dach des Stadions. Ein traumhafter Blick bei tollem Wetter, Reinaldo war anfangs beim Blick auf das Wellblech-Dach erst etwas skeptisch, aber schließlich fasste er Mut und lief bis kurz vor den Abgrund.

Beschlossen wurde die Stadion-Tour am Marathon-Tor. Ein freundlicher Mitarbeiter der Stadt schloss uns auf – und so konnten wir sogar aus dem Bereich des Hochschul-Stadions ein paar Bilder von der Rückseite der Dugena-Uhr machen (die von dieser Seite aus übrigens noch immer rot ist…).

Reinaldo hatte jedenfalls Feuer gefangen und freute sich sehr auf das Spiel am nächsten Nachmittag. Davon dann übermorgen…

Teil 10: Das Halle-Spiel (29. April 2014)

Schon frühzeitig wollte Reinaldo im Stadion sein und dabei festhalten, wie immer mehr Besucher auf das Stadiongelände strömen. Auch an diesem Tag hatten wir Glück mit absolutem Traumwetter. Das Stadion wirkt mit den Fans logischerweise nochmal ganz anders als im leeren Zustand.

Reinaldo war jetzt völlig in seinem Element, pirschte durch die Menschenmenge auf der Suche nach passenden Motiven, zum Beispiel vom Verkaufshäuschen an der Lilienschänke oder Bilder von der wartenden Menge.vom Aufgang zum Block 1898 aus.

Kurz vor Anpfiff ging Reinaldo dann runter in die Katakomben und machte sich im Spielertunnel bereit – wollte er doch den Moment abpassen, in dem die Mannschaften den Platz betreten. Auch das klappte – und als dann das Spiel lief, blieb Reinaldo im Innenraum, um Spiel und Zuschauer gleichermaßen vor die Linse zu bekommen. Die besondere Bewegungsfreiheit am Böllenfalltor ermöglichte ihm dann auch, quer durch die Gegengerade zu laufen und querbeet alle möglichen Emotionen der Lilienfans festzuhalten.

Diese waren gegen Halle schon relativ früh sehr euphorisch, denn bereits nach wenigen Minuten sorgte Jerôme Gondorf für die 1:0-Führung, bevor Dominik Stroh-Engel und Hanno Behrens für den 3:0-Halbzeitstand sorgten. Tolle Bilder, von denen manche hier (auf Facebook) auch schon zu sehen waren, kamen dabei heraus.

Wie es sich für ein Lilien-Heimspiel gehört, klang diese Foto-Session bei einem kühlen Getränk in der Lilienschänke aus, bevor Reinaldo mit hunderten Bildern im Gepäck die Heimreise nach Berlin antrat…

Teil 11: Edition Panorama zu Gast in der Lilienschänke (5. Mai 2014)

Reinaldo hatte beim ersten Shooting knapp über 200 Fotos für gut befunden und schickte sie unter den Beteiligten herum. Gänsehaut beim Betrachten war vorprogrammiert – einige dieser Bilder habt Ihr ja nun auch bereits gesehen…

Nun ging es aber da…rum, die weiteren Schritte anzugehen und die endgültigen Details zwischen Verein und dem Verlag zu besprechen. Wolfgang Arnold war inzwischen Feuer und Flamme für das Projekt und unterstützte es nach Leibeskräften. Große Überzeugungsarbeit brauchte er gar nicht zu leisten, rannte er doch bei seinen Präsidiumskollegen offene Türen ein. Alle glaubten an einen Erfolg dieses Buchs – und gaben grünes Licht für die Gespräche mit dem Verlag.

Für den ersten Donnerstag im April wurden also Bernhard und Sebastian Wipfler von Edition Panorama eingeladen. Und um gleich die „Atmosphäre Böllenfalltor“ zu schnuppern, fand das Treffen in der Lilienschänke statt. Gleich ging es in die Details: Reinaldo hatte so viele gute Bilder, dass die ursprünglich angedachte Seitenzahl von 192 um 32 erhöht wurde. Bei Büchern sind Zahlen, die sich durch 32 teilen lassen, ideal, weil sich ein Bogen Papier genau so teilen lässt und kein unnötiger Abfall entsteht. Weitere Überlegungen waren mögliche kurze Textbeiträge und wer sie eventuell liefern könnte. Die Zeitschiene musste besprochen werden – denn allzu lange wollten wir mit der Veröffentlichung des Buchs nicht warten.

Es war ein sehr angenehmer und anregender Abend, voller Elan und guter Ideen. Die beiden Verleger waren höchst angetan: „Dass von Fan-Seite so ein Projekt gestemmt und sich mit so viel Herzblut eingesetzt wird, haben wir so noch nicht erlebt. Das Buch muss einfach ein Erfolg werden.“

Teil 12: Die Entstehung des Covers – Das Erfurt-Spiel (13. Mai 2014)

In den letzten Tagen haben wir sehr viele positive Rückmeldungen zu dem Projekt Bölle-Buch und vor allem auch zu seinem Cover-Foto erhalten, stets verbunden mit der Frage nach seiner Entstehung. Und so kam es dazu:

Bereits beim ersten Besuch vo…n Reinaldo am Böllenfalltor schaute er sich nach den passenden Blickwinkeln für seine Bilder um. Eine Möglichkeit, das Stadion aus erhöhter Perspektive zu fotografieren, fehlte ihm dabei noch. Beim Blick durch das weite Rund entdeckte er schließlich das Hochhaus in der Robert-Cauer-Straße. „Von dort müsste man einen guten Blick haben, am besten natürlich für Bilder des Stadions bei Flutlicht“, meinte er. Außer dem möglichen Relegationsspiel waren alle Spiele auf die Mittagszeit terminiert – wobei: Für das Spiel gegen Erfurt war der Termin noch nicht endgültig entscheiden. Und siehe da, einige Tage später terminierte der DFB das Spiel auf einen Freitagabend – optimal also.

Ein FuFa-Mitglied machte sich daraufhin auf den Weg zum Hochhaus und versuchte, den Bewohner der Wohnung im obersten Stock anzufragen, doch beim ersten Versuch war niemand zu Hause. Tags darauf hatte er dann Glück und ein älteres Ehepaar öffnete die Tür. Sie gaben sofort ihr Einverständnis und dann den Weg frei – zum Balkon und auf den herrlichen Blick zum Bölle, über die Mathildenhöhe bis zur Frankfurter Skyline und dem Feldberg am Horizont, Reinaldos Überlegung war ein Volltreffer. Der ältere Herr sagte sofort zu, dass von seinem Balkon nach Spielende Flutlichtbilder gemacht werden könnten. Auch das daraufhin angefragte Sportamt unterstütze uns erneut und willigte ein, das Flutlicht nach Spielende einige Minuten länger brennen zu lassen, um Reinaldo genug Zeit zu verschaffen.

Am Spieltag reiste Reinaldo dann bereits vormittags an und checkte im Hotel ein. 2 FuFa-Mitstreiter holten ihn in der Mittagszeit dort ab, denn er wollte auch bei Tageslicht noch einige Bilder vom leeren Stadion machen. Auf dem Weg Richtung Böllenfalltor wurde dann der Vorschlag gemacht, doch schon einmal beim Hochhaus vorbeizufahren, damit er sich vom Blick überzeugen könne. Gesagt, getan, das Ehepaar war glücklicherweise zu Hause und wir konnten abermals den Balkon betreten. Reinaldo war sofort begeistert und fing an zu fotografieren. Dabei entstand das Bild für das Cover, das einen Blick auf das Stadion bietet, den wohl kaum jemand zuvor gesehen hat.

Im Stadion startete danach noch die zweite große Foto-Session, in der viele überragende Bilder entstanden. Einige davon werden sich im Buch wiederfinden.

Nach Spielende ging es dann schnell wieder Richtung Hochhaus, um die Bilder bei Flutlicht zu machen. Als wir das Haus verließen, parkte gerade jemand rückwärts bei den Garagen aus, und so entstand dann auch das bereits gepostete Bild. Es war ein wirklich gelungener zweiter Fototag.